Windenergie Offshore

Nach der rasanten Entwicklung der Windenergie an Land könnten in Zukunft verstärkt auch große Windkraftparks auf See (Offshore) installiert werden. Die Bundesregierung hat ambitionierte Ausbauziele formuliert und möchte bis 2030 rund 15.000 Megawatt Offshore-Erzeugungskapazitäten installieren. Durch den konstant starken Wind weitab von der Küste bietet die Offshore Windenergie ein großes Potenzial, um zum Gelingen der Energiewende beizutragen. Insbesondere die aufwändige Installation auf See und die Anbindung an das landseitige Stromnetz bringen aber auch einen hohen Kostenaufwand sowie vielfältige technische und ökologische Herausforderungen mit sich.

Ökologische Auswirkungen

Bau, Betrieb und Wartung aller Offshore-Windkraftanlagen bergen erhebliche Risiken für die Meeresumwelt, weil sie in der Regel mit schädlichen Auswirkungen auf Vögel, Meeressäuger, Fischen und Lebensgemeinschaften am Meeresboden (Benthos) verbunden sind. Eines der gravierendsten Probleme während der Bauphase ist die intensive Schallbelastung, die beim Rammen von Stützpfeilern in den Meeresgrund entsteht. Die streng geschützten Schweinswale und andere Meeressäuger können durch den Lärm ernsthaft verletzt, gestört und aus wichtigen Lebensräumen vertrieben werden. Auch See- und Zugvögel sind durch Kollisionen mit den Rotoren der Windräder bedroht, an ungünstigen Orten gebaute Windparks werden zum schwer überwindbaren Hindernis.

Möglichkeiten der Vermeidung und Verminderung

Eine bessere räumliche und zeitliche Koordination der Errichtung der bereits genehmigten Windparks in Nord- und Ostsee kann dabei helfen, die kumulativen Auswirkungen auf die Meeresumwelt einzudämmen. Eine unabhängige naturschutzfachliche Begleitung der Bauvorhaben kann sicherstellen, dass Genehmigungsauflagen und geltende Grenzwerte eingehalten und ökologische Beeinträchtigungen reduziert werden. Um die negativen Auswirkungen der Arbeiten zur Netzanbindung im Wattenmeer und auf die Küstenlebensräume zu minimieren, ist für die Stromableitung aus den Offshore-Windparks ein übergeordnetes Konzept mit möglichst wenigen Kabeltrassen zu entwickeln.

Lärm im Meer - alternative Gründungsverfahren als Lösung

Beim Bau von Offshore-Windparks müssen die Fundamente im Merresboden verankert werden. Bei den bisherigen Impulsrammungen können durch den Lärm Meeressäuger beeinträchtigt werden. Alternative Gründungsverfahren, wie die Suction Bucket Jacket-Technologie, sind mögliche Lösungen. Mehr

Vogelzug - wie groß ist die Gefahr durch Offshore-Windräder?

Windenergieanlagen an Land und auf dem Meer können je nach Witterung eine Gefahr für den Vogelzug darstellen. Insbesondere bei schlechter Sicht und Niederschlägen steigt die Kollisionsgefahr aufgrund der niedrigeren Flughöhe. Mehr