Stromnetze

Der überwiegende Teil des Stroms aus erneuerbaren Energien wird bislang in den windstarken Regionen Nord- und Ostdeutschlands erzeugt. Die Verbrauchszentren liegen dagegen in den bevölkerungsreichen Regionen und an den Industriestandorten im Westen und Süden der Republik. Durch dieses Gefälle und regionale Schwankungen in der regenerativen Stromerzeugung entstehen räumlich begrenzte Stromüberschüsse, die entweder gespeichert oder in andere Regionen abtransportiert werden müssen. Insbesondere für diese Zusammenführung von Stromerzeugung und -verbrauch müssen die Netze um- und ausgebaut werden.

Auswirkungen auf Natur und Landschaft

Bau und Unterhaltung von Stromtrassen für neue Höchstspannungsleitungen verändern die Landschaft und die Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten. Neue Freileitungen in den Übertragungsnetzen erhöhen das Risiko, dass jedes Jahr unzählige Störche, Reiher, Enten- und Watvögel tödliche Kollisionen erleiden. Auch Erdkabel bringen Probleme mit sich. Aus Sicherheitsgründen dürfen über ihnen keine tiefwurzelnden Gehölze wachsen, so dass auch in diesem Fall Schneisen in Waldgebieten entstehen. Durch den Bau von Kabelgräben sind Auswirkungen auf Bodenstruktur und -fauna sowie den Bodenwasserhaushalt unvermeidlich.

Möglichkeiten der Vermeidung und Minderung

Zunächst ist es notwendig, im Zuge der Bedarfsplanung den Ausbaubedarf für neue Stromleitungen auf das für die Energiewende notwendige Maß zu beschränken. Verstärkungs- und Optimierungsmaßnahmen in vorhandenen Netzen sollten ebenso wie die Parallelführung mit Straßen und Schienen Vorrang vor Neubauten haben. Zusätzlich müssen innovative Technologien und die Verlegung von Erdkabeln in geeigneten Bereichen bei der Netzplanung stärker berücksichtigt werden. Bei Freileitungen ist es zudem dringend geboten, auf Konstruktionen und den Einsatz von Markierungen zu setzen, die das entstehende Risiko für Vögel mindern können. Zudem kann die Artenvielfalt durch naturschutzfachliche Pflegemaßnahmen im Rahmen der Trasseninstandhaltung gefördert werden.

Sensitivitäten - als Grundlage für die Reduzierung des Netzausbaus

Sensitivitätsrechnungen können einen Beitrag dazu leisten den Ausbau der Stromnetze auf das erforderliche Maß zu reduzieren. Dabei ist insbesondere der reduzierte Ausbau der Offshore-Windkraft zu berücksichtigen. Mehr

Erdkabel - die naturverträglichere Alternative?

Stromleitungen als Erdkabel ausgeführt, können in vielen Fällen zu einer Reduzierung der Auswirkungen auf Mensch, Landschaft und Natur führen. Jedoch sind sie nicht überall einsetzbar. Mehr