Kompetenzzentrum

Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende

Kleingruppenarbeit während einer Schulung des Dialogforums Erneuerbare Energien und Naturschutz von NABU und BUND Baden-Württemberg, Dialogforum (Erneuerbare Energien und Naturschutz) von NABU und BUND Baden-Württemberg

Es besteht weitgehend politischer Konsens, dass die Energiewende möglichst im Einklang mit den Zielen des Naturschutzes erfolgen soll. Vor diesem Hintergrund hat der NABU die Einrichtung eines Kompetenzzentrums Naturschutz und Energiewende bereits zur Bundestagswahl gefordert (siehe NABU-Forderung). Um diesem Anliegen besser gerecht werden zu können, haben CDU/ CSU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag vom November/ Dezember 2013 die Einrichtung eines "Kompetenzzentrums Naturschutz und Energiewende" beschlossen. Durch bessere Planung und Dialog, räumliche Steuerung und ökologische Standards können rechtzeitig Fehlentwicklungen und Investitionsrisiken vermieden sowie die öffentliche Akzeptanz für Veränderungen in der Landschaft verbessert werden. Alle Akteure der Energiewende benötigen daher einen kritischen Blick für mögliche Konflikte, die sich aus Sicht des Natur- und Artenschutzes ergeben können. Ziel ist es, negative Auswirkungen auf Natur und Landschaft zu begrenzen, indem das Wirkungswissen und die Methoden zur Erfassung und Bewertung von Auswirkungen verbessert werden.

In einer Machbarkeitsstudie, gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz aus Mitteln des Bundesumweltministeriums, haben das Planungsbüro Bosch & Partner GmbH gemeinsam mit dem Öko-Institut e. V. im Auftrag des NABU e. V. Fragestellungen rund um die Einrichtung, Aufgaben und Themen eines solchen Kompetenzzentrums bearbeitet. Generell kann davon ausgegangen werden, dass die Bereiche Netzausbau, Windenergie an Land sowie Windenergie auf See aufgrund der in den kommenden Monaten und Jahren zu erwartenden Ausbauaktivitäten in der Anfangszeit für das Kompetenzzentrum besondere Bedeutung haben werden. Die Bereiche Bioenergie und Freiflächenphotovoltaik sollten jedoch nicht gänzlich außer Acht gelassen werden. Die in der nächsten Zeit zu erwartenden Aktivitäten in den Bereichen Geothermie, Wasserkraft und Speicher werden als gering eingeschätzt, so dass sie als potenzielle Themenfelder für das Kompetenzzentrum zunächst keine Rolle spielen dürften.

Zudem wurden folgende Aufgabenschwerpunkte für das künftige Kompetenzzentrum identifiziert:

  • adressatenbezogene Aufbereitung und Dokumentation von Wirkungswissen,
  • Wissensmanagement zu Planungsverfahren und Beteiligungsmöglichkeiten,
  • Sammlung und Dokumentation von Best-Practice-Beispielen,
  • Konventionsbildung zu materiellen und prozeduralen Standards,
  • Stakeholderkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit sowie
  • Schaffung von Grundlagen und Befähigung zu Dialog und Beteiligung.

Downloads & Quellen

Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) (2013): Vorschlag für eine nationale Transfer- und Clearingstelle Naturschutz und Energiewende.
NABU_2013_Vorschlag_Transfer_Clearingstelle102,3 KBDownload
Bosch & Partner GmbH & Öko-Institut e. V. (2014): Einrichtung, Aufgaben und Themen eines Kompetenzzentrums für Naturschutz und Energiewende - Machbarkeitsstudie.
Oekoinstitut_BoschPartner_2014_Machbarkeitsstudie777,42 KBDownload